Sprunghafter Anstieg von ADHS-Diagnosen

Zunahme der Verordnungen von Ritalin
Quelle: BARMER GEK Ärztereport 2013

Laut dem Ärztereport der Barmer Ersatzkrankenkasse von 2013 ist die Diagnose von ADHS und damit einhergehend die Verschreibung von Ritalin seit 2006 rasant um 42% angestiegen. Die am häufigsten betroffene Gruppe sind Jungen im Alter von 10 Jahren. Jeder Zehnte männliche Versicherte bekommt im Verlauf der Kindheit und Jugend Methylphenidat (Ritalin) verschrieben. Auffällig dabei ist lt. Report, dass Kinder jüngerer Eltern ein höheres Diagnose-Risiko haben während es bei gut verdienenden Eltern bzw. Eltern mit höherem Ausbildungsniveau sinkt. Hierbei könnte man spekulieren, dass unser Schulsystem mit dem einhergehenden Leistungsdruck seinen Teil dazu beiträgt. Daher auch die Empfehlung der Barmer GEK auf Elterntraining und Verhaltenstherapie statt auf „Pille“ zu setzen. Diese Intention ist ein guter Ansatz. Würden tatsächlich Kindern in Deutschland massenhaft voreilig und fahrlässig Psychopharmaka verabreicht, weil Eltern und Lehrer überfordert sind oder weil kindliches Verhalten in unserer Leistungsgesellschaft keinen Raum mehr findet, wäre das mehr als nur alarmierend. Allein die Liste der Nebenwirkungen von Methylphenidat liest sich wie ein Gruselroman: Von Schlaflosigkeit über Nervosität, Kopfschmerzen, Aggressivität, Erregbarkeit, Anorexie, Wachstumsverzögerungen, Gewichtsverlust, Bauchschmerzen, Übelkeit und Schwitzen (häufige Nebenwirkungen) bis zu Herzvergrößerungen (Amerikanische Pathologen fanden bei verstorbenen Jugendlichen Herzvergrößerungen wie sie bei jahrelangem Kokainkonsum gesehen werden!).

Homöopathie bietet hier eine sehr gute Alternative, selbst wenn die Grundursache, die offensichtlich in unserer Leistungsgesellschaft zu suchen ist, damit nicht gelöst werden kann. Sie stärkt das Individuum und bringt es auf seinen urpersönlichen Weg zurück. Zudem sind aus meiner Erfahrung systemische Aufstellungen hier hilfreich, um die gesamte Familienstruktur mit einbeziehen zu können und um nicht weiterhin den Focus auf einen „Schuldigen“ bzw. „Störenfried“ zu setzen.

 

Aus meiner Praxis